Der Limes im Taunus
Römerkastell Saalburg
Archäologischer Park
An der B 456 von Bad Homburg nach Usingen
61350 Bad Homburg v. d. Höhe
Telefon (06175) 93740, Telefax 937411
E-Mail info(at)saalburgmuseum.de
Internet www.saalburgmuseum.de
Führungen, Aktivprogramme, Feiern:
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Haltestelle: Bad Homburg, Saalburg
Beschreibung
Der Limes im Taunus ...
... ist einer der am besten erhaltenen Abschnitte der römischen Grenze. Zusätzlichen Reiz erhält das Denkmal durch die Einbettung in die wunderschöne Umgebung des Naturparks Hochtaunus, der ein beliebtes Erholungsgebiet für die Bewohner des dicht besiedelten Rhein-Main-Gebietes ist. Erschlossen wird der Limes im Taunus künftig durch den Limeserlebnispfad, der Wanderer und Radfahrer auf mehr als 30 Kilometer entlang der ehemaligen römischen Reichsgrenze führt.
Wenn alles gut läuft, wird im Jahr 2005 der Obergermanisch-Rätische Limes in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Damit würde auch der Limesabschnitt im Taunus zum illustren Kreis des Weltkulturerbes gehören und stünde damit auf einer Stufe mit bedeutenden Denkmälern der Menschheit wie den ägyptischen Pyramiden, der Chinesischen Mauer, Stonehenge, Olympia, dem Kölner Dom oder dem historischen Zentrum Roms.
Geschichte des Limes
Der Taunuslimes diente in römischer Zeit vor allem dem Schutz der westlichen Wetterau und der Mainebene. Beide hatten für die Versorgung der Truppen, aber auch in strategischer Hinsicht, eine große Bedeutung. Um die fruchtbare Wetterau in das Reichsgebiet einzubeziehen, macht der Limes einen auffallenden Bogen in seinem Verlauf. Der Limes im Taunus wurde um 90 n. Chr. angelegt und bestand bis nach der Mitte des 3. Jhs. n. Chr. Im Taunus sind daher Überreste aller vier Ausbauphasen zu besichtigen.
1. In seiner ersten Phase um 90 n. Chr. bestand der Limes aus einem Postenweg, an dem hölzerne Wachttürme standen. Im Wald wurde für den Weg eine Schneise geschlagen.
2. Um 120 n. Chr. kam als zusätzliche Sicherung eine hölzerne Palisade hinzu.
3. Gegen 150 n. Chr. begannen die Holztürme zu verfallen. Die Römer entschlossen sich nun, massive Steintürme zu errichten. Von dieser Entwicklung zeugen einige der Turmstellen, denn hier liegen Reste von Holz- und Steintürmen direkt nebeneinander.
4. Aus der letzten Ausbauphase des Limes stammen die markantesten Überreste. Wohl gegen Ende des 2. Jhs. n. Chr. schütteten die Soldaten zwischen Postenweg und Palisade einen Wall auf, vor dem ein Graben lag. Wahrscheinlich ersetzte der Wall die zu diesem Zeitpunkt bereits marode Palisade.
Am Obergermanisch-Rätischen Limes gab es insgesamt ca. 900 Wachtposten, an denen zunächst Holz- ab der Mitte des 2. Jhs. n. Chr. Steintürme standen. Am Limeserlebnispfad sind es rund 50 Wachtposten. Häufig liegen mehrere Türme, die zeitlich aufeinander folgten, nebeneinander. Von den Holztürmen sieht man heute oberirdisch meist nur noch zerwühlte Erdhügel, auf denen die Türme einst standen. Das Holz der eigentlichen Bauten ist im Laufe der Zeit verfallen.
Bei Grabungen an den Holztürmen fanden sich Pfostenlöcher der vier massiven Eckpfosten, die die Außenkanten der Türme bildeten. Die oft unansehnlichen Turmstellen sollen in den nächsten Jahren hergerichtet werden. Alte Grabungsschnitte werden dabei weitgehend verfüllt und an einigen Stellen wird der von einem Graben umgebene Hügel, auf dem einst der Turm stand, nachmodelliert. Die Eckpfosten der Türme lassen sich durch Holzpflöcke markieren.
Mit dem Turm am Gaulskopf oberhalb von Ober-Mörlen gibt es am Limeserlebnipfad auch einen rekonstruierten Steinturm. Leider ist der Turm derzeit (2004) nicht mehr begehbar, da er im Inneren ausgebrannt ist.
Römerkastell Saalburg: Museum – Archäologischer Park.
Ideelles und topographisches Zentrum des Limeserlebnispfades ist das Römerkastell Saalburg. Im 2. und 3. Jh. n. Chr. war im Saalburg-Kastell eine teilberittene Einheit stationiert, bestehend aus ca. 600 Mann (Kohorte). Das Limeskastell diente der Kontrolle der Grenzlinie und des Übergangs am Saalburgpass.
Die Saalburg ist weltweit das einzige weitgehend rekonstruierte römische Kastell. Die gesamte Anlage besitzt einen parkähnlichen Charakter und lädt zu Erholung und kulturellem Erlebnis ein. Zu sehen sind heute die komplette Außenmauer, das Stabsgebäude im Zentrum der Anlage, ein Getreidespeicher, das Wohnhaus des Kommandanten und zwei Mannschaftsbaracken. Die rekonstruierten Bauten beherbergen reiche archäologische Funde von der Saalburg und vom Taunuslimes.
Um die Saalburg herum finden sich ein rekonstruiertes Mithräum, das so genannte Gräberhaus, eine Kopie der Mainzer Jupitersäule sowie zahlreiche weitere Überreste römischer Bauten. Als wissenschaftliches Institut führt die Saalburg Forschungen am Limes durch und gibt wissenschaftliche Publikationen heraus. Seit 2003 ist sie Sitz der Deutschen Limeskommission.
Die neuzeitliche Geschichte der Saalburg begann im Jahr 1897 mit der ersten Phase des Wiederaufbaus. Sie war nach 10 Jahren abgeschlossen. Derzeit läuft die zweite Ausbauphase, an deren Ende der Archäologische Park Saalburg stehen wird. Anfang 2004 bezogen die Mitarbeiter das neue Institutsgebäude, das die Form eines Wohnhauses des Lagerkommandanten aufweist. Unserem heutigen Wissen entsprechend, ist der Bau wie das römische Original verputzt, während die vor 100 Jahren wiedererrichteten Bauten steinsichtiges Mauerwerk zeigen.
In den nächsten Jahren folgt ein weiteres Museumsgebäude mit zusätzlicher Ausstellungsfläche und museumspädagogischen Räumen. Den Außenbereich des Kastells wertet zukünftig die Rekonstruktion eines Wohnhauses (Streifenhaus) auf. Die Mauerreste und Monumente außerhalb der Kastellumwehrung sollen in den nächsten Jahren mittels Hinweistafeln besser erfahrbar werden. Ein zeitgemäßes Ausstellungskonzept hilft, den Besuchern die römische Antike zu verdeutlichen.
Kastelle
Neben der Saalburg sind zwei weitere Kastelle am Limeserlebnispfad sehr gut erhalten: die Numeruskastelle am Kleinen Feldberg und die Kapersburg. Die sichtbaren Anlagen stammen aus der 2. Hälfte des 2. Jhs. n. Chr. als die Numeruskastelle mit ca. 150 Mann Besatzung die Abstände zwischen den größeren Kohortenkastellen verringerten. An beiden Kastellen sind bereits weite Teile des Mauerwerks konserviert. Umfassungsmauern und Tore sind gut zu erkennen.
In den nächsten Jahren wird das antike Wegesystem in den Kastellen wieder hergestellt. Die Grundrisse der bereits ausgegrabenen und bekannten Gebäude werden nachgelegt. Die durch neue Ausgrabungen erkannten Gebäudereste werden konserviert und zum Teil aufgemauert, um sie anschaulicher zu präsentieren. Erste Arbeiten fanden an der Kapersburg bereits 2003 statt. Hier soll ein eigener kleiner Rundweg geschaffen werden, der am Feldbergkastell bereits existiert.
Am Limeserlebnispfad liegen fünf Kleinkastelle, deren Umwehrung in Stein ausgeführt worden ist. Hier gilt es, das freiliegende Mauerwerk zu sichern. Langfristig könnte an eine Teilaufmauerung gedacht werden, um z. B. die Torsituationen zu verdeutlichen.
Das Kleinkastell Lochmühle spielt eine Sonderrolle. Da es sich seit 2004 im Besitz des Freizeitparks Lochmühle befindet, ist eine Aufwertung, wissenschaftlich begleitet durch die Saalburg, durch einen privaten Investor gesichert. Es entsteht ein kleiner Waldlehrpfad.
Der Limeserlebnispfad Hochtaunus: Ein Projekt im Entstehen
Geschichte erleben – Natur begegnen, so lautet unser Motto für den geplanten Limeserlebnispfad Hochtaunus. Auf allgemein verständliche und unterhaltsame Weise soll der Pfad zukünftig auf mehr als 30 km – zwischen Glashütten und Ober-Mörlen – Wanderer und Radfahrer über den Limes und die Römer informieren. Es vereinen sich erlebbare Geschichte und Naturgenuss. Die Besucher sollen erfahren, auf welch geschichtsträchtigem Boden sie sich bewegen, denn das Wissen um Bedeutung und Verlauf des Limes bedeutet für ihn den besten Schutz. Der Limeserlebnispfad Hochtaunus informiert nicht nur über den Limes und die Römer. Von bronzezeitlichen Hügelgräbern über keltische Wallanlagen, mittelalterliche Motten und Glashütten bis hin zu Spuren neuzeitlichen Eisernerz-Tagebaus und Anlagen aus der Zeit des 2. Weltkriegs reicht die Bandbreite der Denkmäler im Umfeld des Pfades. Ziel ist es, Denkmäler aller Epochen stärker aufzuwerten und mit bestehenden Lehr- und Erlebnispfaden zu verknüpfen. Mit dem Archäologischen Rundweg am keltischen Heidetränkoppidum bei Oberursel und den Erläuterungen an den mittalterlichen Glasproduktionsstätten bei Glashütten sind bereits erste Schritte gemacht.
Das Römerkastell Saalburg Archäologischer Park gab die Anregung für den Limeserlebnispfad und hat ihn gemeinsam mit dem Naturpark Hochtaunus entwickelt.
Um ein Vorhaben dieser Größenordnung realisieren zu können, ist jedoch die Zusammenarbeit zahlreicher Partner notwendig. Neben dem Römerkastell Saalburg und dem Naturpark Hochtaunus sind auch der Hochtaunuskreis, der Wetteraukreis, die Gemeinden sowie touristische Verbände, der Forst und der Naturschutz beteiligt.
Ein kontinuierliches Veranstaltungsprogramm soll zukünftig Leben an den Limes bringen. Von geführten Wanderungen, über Aufführungen antiker Theaterstücke und Sportveranstaltungen bis hin zu großen Römerfesten ist vieles denkbar.Es ist ein besonderes Anliegen des Projektes, vor allem Kinder und Jugendliche durch spezifische Veranstaltungen für unser kulturelles Erbe zu begeistern. In den Veranstaltungskalender sollen sich ausdrücklich nicht nur die Museen am Limes einbringen, sondern auch die Gemeinden, Vereine und Schulen, die auf ihre ganz eigene Art Aktionen mit dem Thema Römer durchführen können.
Der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Für Beratungen und Ideenfindung steht das Römerkastell Saalburg gerne zur Verfügung.




