Zeitreise

Zeitreise

In den Wäldern des Taunus verbergen sich zahlreiche Spuren aus den keltischen Jahrhunderten. Überregionale Bedeutung haben unter anderem die Wallanlagen auf dem Bleibiskopf und dem Altkönig bei Kronberg. Altkönig leitet sich im Übrigen vom keltischen altkin ab, was große Höhe heißt. Eine riesige keltische Siedlung, das Heidetränk-Oppidum, erstreckte sich in den letzten Jahrhunderten v. Chr. über die Höhenrücken Altenhöfe und Goldgrube bei Oberursel. Die Fundstücke aus dem Heidetränk-Oppidum sind in Art und Umfang sehr bedeutend und genießen internationale Aufmerksamkeit. Ein Großteil der Funde befindet sich heute im Vortaunusmuseum Oberursel. Ein Rundweg mit vielen informativen Tafeln führt den Besucher durch die ehemalige keltische Großsiedlung.

Mit der Ankunft der Römer im Taunus und dem Bau der Grenzanlage des Limes werden die archäologischen Spuren noch deutlicher. Neben dem einizgen wiederaufgebauten Römerkastell, der Saalburg, finden sich zahlreiche Überreste aus römischer Zeit: Kastelle wie die Kapersburg, das Zugmantelkastell und am kleinen Feldberg, Wachtturmstellen oder römische Gutshöfe. Ein weiteres Denkmal der Römerzeit ist der Turm in Idstein-Dasbach.

Die Saalburg ist ein rekonstruiertes Kastell mit archäologischem Museum, das auf Veranlassung von Kaiser Wilhelms II. vor rund 100 Jahren wieder aufgebaut wurde. Ein Rundgang bietet dem Besucher einen anschaulichen und lebendigen Einblick in Geschichte, Kultur und Alltagsleben vor bald 2000 Jahren. Für das leibliche Wohl sorgt die „Taberna“, das Museumscafé mit römischem Flair.

Mittelalter
Im Mittelalter standen mehr als 100 Burgen im Taunus, heute sind deren Ruinen absolut sehenswert - manchmal einfach „nur“ wegen der wirklich sagenhaften Aussichten. In allernächster Nähe finden Sie die Burgen Altweilnau, Eppstein, Falkenstein, Königstein, Kransberg, Kronberg und Oberreifenberg. Auf der Burgruine Eppstein befindet sich das Burgmuseum, das anhand von Funden, Bildern und Modellen einen fesselnden Blick in das Leben auf der Burg vor Jahrhunderten erlaubt. In Glashütten finden Sie Ausgrabungen mittelalterlicher Glashütten mit einem Haupt- und vier Nebenöfen.

Renaissance, Barock und Co.
Während Reformation und Renaissance (16. Jh.) wurden vor allem Kirchen gebaut, die zum Teil heute noch anzusehen sind, z.B. die katholische Pfarrkirche St. Johannes in Usingen-Kransberg. Im Barock (17. / 18. Jh.) hinterließen die Fürsten im Taunus ihre Spuren: Im Bassenheimer Schlösschen im Schmittener Ortsteil Oberreifenberg, das landgräfliche Schloss des Kleist’schen Prinzen von Homburg Friedrich II. oder das barocke Schloss des Grafen Walrad von Nassau-Usingen oder das der Grafen von Nassau-Idstein, sowie die Unionskirche in Idstein mit den eindrucksvollen Wand- und Deckengemälden der Rubens-Schule. Anfang 1700 wurden auch die ersten Kur- und Badehäuser, z. B. 1722 in Bad Soden, errichtet.

Im 19. Jahrhundert
rückte der Taunus näher an die Städte im Umfeld. Frühe Industrieanlagen, Mühlen, Wohngebäude begüterter Frankfurter Familien ... alle heute noch eindrucksvolle Zeugen des Biedermeiers und später der Gründer- und Jugendstiljahre.
Viele der damaligen Familiensitze sind heute Hotels, nicht ganz so mächtig sind die alten Mühlen an den Flüssen im Taunus, heute vielfach Landgasthäuser, die einen Besuch lohnen. Und zur Abrundung der eher bäuerlich-handwerklichen Vergangenheit ist ein Spaziergang im Freilichtmuseum Hessenpark bei Neu-Anspach einfach ein „Muß“. Auch die Kurbäder im Taunus haben den Charme ihrer berühmten Jahre Anfang 1900 noch nicht verloren. Die Bäderarchitektur ist an vielen Stellen erhalten und vermittelt bisweilen mediterranes Flair.

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