Ausstellung Miniaturenkabinett – Große Kunst im kleinsten Format
Bei dem Begriff Miniatur denken wir heute meist an ein kleines Objekt oder eine verkleinerte Ausführung. In der Kunstgeschichte bezeichnet er jedoch ein kleinformatiges Bildnis, das seine Besitzerin oder sein Besitzer stets bei sich tragen konnte. Während das kleine Format ein verbindendes Merkmal darstellt, variieren Bildträger, Farbmittel und künstlerische Techniken.
Porträts zählten zu den beliebtesten Sujets der Miniaturmalerei, denn sie ermöglichten es, das Abbild eines geliebten Menschen immer bei sich zu tragen. Miniaturen dokumentieren damit eine materielle Erinnerungskultur und hielten Nähe über räumliche Distanz hinweg aufrecht. Zugleich erfüllten sie diplomatische und repräsentative Funktionen – als Geschenke unter Herrschenden, als Bildnisse der Regierenden in bürgerlichen Sammlungen oder zur ersten Begegnung auf dem Heiratsmarkt. Meist entstanden sie zu besonderen Ereignissen wie Verlobung, Hochzeit, Geburt oder Trauerfall.
Ihre Portabilität machte sie jedoch anfällig: Oft ungeschützt mitgeführt, gingen sie leichter verloren, wurden seltener bewahrt und sind heute – im Vergleich zu großformatigen Gemälden – deutlich seltener in Museen vertreten.
Die Sammlung des Museums Gotisches Haus zeigt eine bemerkenswerte Vielfalt: Porträts bekannter Persönlichkeiten wie unbekannter Privatpersonen sowie Landschaftsdarstellungen realer und fiktiver Orte. Unterschiedliche Techniken, Materialien und Bildträger sind durch den Wunsch nach Nähe im tragbaren Format verbunden.
Die kleinformatigen Bildnisse offenbaren eine große Kunstfertigkeit und sind heute besondere Zeitzeugen – sie machen politische und gesellschaftliche Entwicklungen ebenso erfahrbar wie persönliche, intime Geschichten.
Vermittlungsangebote für Schulen und Kindergärten
Mit der Lupe auf Spurensuche – Führungen im Miniaturenkabinett
Die Bilder im Miniaturenkabinett sind sehr klein. Ausgestattet mit Lupen gehen wir auf Spurensuche: Wer wurde dargestellt? Warum wurden die Bilder gemalt? Gab es die dargestellten Orte wirklich? Und lassen sich Spuren früherer Besitzerinnen und Besitzer entdecken?
In einer gemeinsamen Führung untersuchen wir die Miniaturen und versuche ihre Geschichte zu entschlüsseln.
Führung
Dauer: ca. 1 Stunde
Zeiten: Dienstag–Freitag, 10–12 Uhr
Kosten: Eintritt und Führung sind kostenlos.
Anmeldung: [email protected]
Hinweis: Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung
Führung mit Workshop
Dauer: ca. 1,5-2 Stunden
Zeiten: Dienstag–Freitag, 10–12 Uhr
Kosten: Eintritt, Führung und Workshop sind kostenlos.
Anmeldung: [email protected]
Hinweis: Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung
Führungen für Private Gruppen und Firmen
Bei Interesse an einer Führung durch die Ausstellung kontaktieren Sie uns bitte unter[email protected].
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