Lahnmarmor, dieser polierfähige Kalkstein, der in unterschiedlichen Farbvariationen und Musterungen vorkommt, wurde seit etwa 1600 in der Lahnregion abgebaut und erfreute sich in der Barockzeit großer Beliebtheit. Ungefähr 120 alte Steinbrüche wurden von der geologischen Forschung erfasst, von denen heute keiner mehr genutzt wird.
Es waren die Fürsten der Barockzeit, allen voran die Kurfürsten von Mainz, Trier und Köln, die ihre Dome und Schlösser prunkvoll ausstatteten, um ihre Bedeutung zu zeigen. Andere Fürsten im Bereich des Flusssystems Rhein-Mosel-Main folgten.
In der napoleonischen Zeit wurde durch die Säkularisation der Marmorverbrauch stark beeinträchtigt. Erst mit der Gründung des Deutschen Bundes entwickelte sich durch die selbstbewussten Staaten eine lebhafte Bautätigkeit, die bis zur Revolution von 1848 andauerte. Eine Blütezeit für den Lahnmarmor begann dann mit der Reichsgründung und der Bautätigkeit von Preußen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Lahnmarmor auch in die USA exportiert. Die letzten größeren Arbeiten mit dem Material entstanden während der Nazizeit.
Willi Wabel beschäftigt sich nach seiner beruflichen Tätigkeit als Marketingdirektor in einem großen Chemieunternehmen seit über zwanzig Jahren mit den kunstgeschichtlichen und heimatkundlichen Aspekten des Lahnmarmors und unterstützt das Lahn-Marmormuseum in Villmar. Im Laufe seiner Forschungsarbeiten hat er mehrere Monographien und Auf-sätze in seinem Forschungsgebiet veröffentlicht, darunter die Bücher „Form – Farbe – Glanz. Lahnmarmor im Barock“ und „Opulenz in Stein. Lahnmarmor in der Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts“.
Der Vortrag ist wie immer öffentlich bei freiem Eintritt.
Organisation
Taunus Touristik Service e.V.






